Dienstag, 30. November 2010

Kakuma - in the middle of nowhere -

Seit acht Wochen bin ich nun bereits in Kenia und seit sechs Wochen im Flüchtlingslager. Endlich kann ich mich aufraffen ein Lebenszeichen zu geben und etwas ausführlicher von meinem Umfeld und meinen Lebensbedingungen berichten.
Kakuma - im Nordwesten Kenias
Insgesamt geht es mir ganz gut. Obwohl ich schon fast zwei Monate in Afrika bin, hatte ich bisher keinerlei gesundheitliche Probleme (nicht einmal Durchfall) - mein Geheimrezept lautet: Joggen bei 40 Grad im Schatten. Alle tropischen Krankheiten wie Malaria - aber auch Durchfall und vieles mehr bekämpfe ich erfolgreich mit Joggen gehen, wenn es draußen noch heiß ist - und daher meine Körpertemeratur auf ca. 41 Grad ansteigt (bei Außentemperatur 40 dürfte dies doch hinhauen, oder?) - dann sind alle Erreger dahingestreckt. Ist für meine Theorie der Krankheitsbekämpfung durch Joggen ein wissenschaftlicher Beweis notwendig? Bitte! ICH bin der empirische Beweis.

Die letzten Wochen waren teilweise sehr anstrengend, - (aufgrund der Hitze, einer ungewohnten Kultur, vielen kniffligen Aufgaben...), so dass ich abends oder am Wochenende nicht zu sehr viel kam. Der Ort an dem ich mich aufhalte heisst Kakuma und liegt in der Region Turkana. Kakuma heisst uebersetzt "Nirgendwo". Dieser Name beschreibt voll und ganz die Lage des Ortes - Kakuma liegt "in the middle of nowhere". Der Ort hat etwa 90.000 Einwohner (inklusive der vielen kleinen, etwas abgelegenen Siedlungen) - das Flüchtlingslager hat in etwa 80.000 Flüchtlinge. Es ist trocken, heiss und sehr staubig. Oftmals frage ich mich, woher das Trinkwasser kommt (klar aus Bohrlöchern) - aber wie kommt es dorthin - wie groß sind die Wasserreserven? Es regnet kaum – anscheinend regnet es lediglich einige Tage im Jahr sehr stark - und zusätzlich führt ein meist ausgetrockneter Fluss zu diesen Zeiten auch viel Wasser, welches aus Uganda kommt.

Die Umgebung von Kakuma
Viele Kenianer fühlen sich nicht mit der Region Turkana verbunden - daher kann man anscheinend in vielen Landesteilen hören, dass Turkana doch eigentlich gar nicht zu Kenia gehöre. Ist es ist doch so ganz anders  - sowohl die Kultur als auch das Klima. Diese Haltung scheint auch in der Regierung weit vertreten zu sein - anders lässt sich kaum erklären, dass in allen erdenklichen Programmen sehr stark vernachlässigt werden.  Als vor einiger Zeit Unabhängigkeit gefeiert wurde und in den Medien die Fortschritte gepriesen wurden, konnte ich nur sagen - für Turkanas hat sich seit der Unabhängigkeit kaum etwas verändert. In einer vernachlässigten und sehr armen Gegend sind nun schon seit zwei Jahrzehnten tausende von Flüchtlingen angesiedelt.

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