Donnerstag, 28. Juli 2011

Krise in Ostafrika -- Der JRS errichtet einen Standort in Südäthiopien an der Grenze zu Somalia

In den letzten Wochen wurde ich haeufiger gefragt, wie die Situation in Kakuma sei, ob auch hier eine Hungersnot herrscht und viele Fluechtlinge ankommen. Insgesamt kann ich sagen, dass es in Kakuma recht ruhig ist. Aus Somalia kommen hier wenige Fluechtlinge an - wir sind schon fast 1000 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt. Auch ist hier keine absolute Duerre, so dass die lokale Bevoelkerung durchaus hungert, aber keine Hungersnot herrscht. Neben der bestehenden Arbeit in Addis Ababa, Nairobi und Kakuma, wo bereits somalische Fluechtlinge unterstuetzt werden, beschloss der JRS nun sich in Suedaethiopien an der Grenze zu Somalia im Fluechtlingslager Dollo Ado zu engagieren. Die Aufgabenfelder werden zunaechst psycho-soziale Betreuung sowie Schulbildung fuer Fluechtlingskinder sein. 
Nachfolgend ist ein kurzer Artikel des Jesuitenfluechtlingsdienstes zur Situation in Ostafrika. Dieser Artikel ist auch unter folgendem Link auf der Homepage der Jesuitenmission zu finden.
http://www.jesuitenmission.org/infos-weltweit/aktuell-hilfe-fuer-ostafrika.html

Hilfe fuer Ostafrika
Ueber ein Viertel der somalischen Bevoelkerung befindet sich auf der Flucht vor Duerre und Hunger. Der Jesuitenfluechtlingsdienst (JRS) in Ostafrika unter der Leitung von Pater Pflueger SJ hilft seit Jahren Fluechtlingen in der Region.

Schätzungen zufolge sind 11 Millionen Menschen von der gegenwärtigen Dürre im östlichen Afrika betroffen. Am 20. Juli haben die Vereinten Nationen die Situation in zwei Regionen im Süden Somalias offiziell zur Hungersnot erklärt. Es muss schnell gehandelt werden, damit sich dieser Zustand nicht auf alle acht Regionen im Süden des Landes ausweitet.
Mutter und Kind im Fluechtlingslager
Viele Flüchtlinge aus Somalia sind länger als eine Woche unterwegs, um Hilfe auf der anderen Seite der Grenze zu suchen. Manche überleben den Weg nicht. Viele derer, die es schaffen, nehmen in den Flüchtlingslagern jenseits der somalischen Grenze die erste nahrhafte Mahlzeit seit Wochen zu sich. Die Hälfte der Kinder, die die Lager in Äthiopien und Kenia erreichen, ist schwer unterernährt; viele sterben.
Isak, ein einfacher Bauer, ist 20 Tage lang gelaufen. Sein Weg war von toten Tieren, leeren Dörfern, verhungernden Menschen und Leichen gesäumt. Er wacht am Krankenhausbett seines sechsjährigen Sohnes, der dem Tod nahe ist.

Langfristige Hilfe im Blick
Die Länder in der Region tun, was ihnen möglich ist. Mehr als 750.000 Somalis haben Zuflucht in den Nachbarländern gesucht; 423.000 allein in Kenia. Inmitten dieser humanitären Katastrophe hat der Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) Pläne bekannt gegeben, sowohl seine bisherige Hilfe für somalische Flüchtlinge in Kenia und Äthiopien auszubauen als auch neue Projekte zu beginnen.
P. Pflueger im Gespraech mit Fluechtlingen
„Die Erstversorgung mit Nahrungsmitteln, Gesundheits- und Sanitärdiensten muss von den großen Organisationen übernommen und koordiniert werden; dafür sind wir zu klein. Aber in kürzester Zeit werden die Menschen in den Lagern mehr brauchen, um ein würdiges Leben zu leben. Sie brauchen Hilfe in ihrer seelischen Not, und die vielen Kinder und Jugendlichen brauchen Schulen, damit sie überhaupt etwas zu tun haben “, sagt Frido Pflüger SJ, Regionaldirektor des JRS im östlichen Afrika. „Wir richten uns derzeit darauf ein, unsere Hilfeleistungen auszubauen, um den Überlebenden zu helfen wieder ein einigermaßen normales Leben zu leben. Das sind keine reinen Notfallmaßnahmen, sondern eine Verpflichtung auf lange Zeit, denn die Menschen werden über Jahre hinweg in den Lagern und den Großstädten bleiben.“

Hilfe in Aethiopien
Schulbildung fuer Fluechtlingskinder ist ein Schwerpunkt
des JRS.
JRS befindet sich bereits in Gesprächen mit UNHCR und der Regierung in Äthiopien, um Flüchtlinge in Dollo Ado durch psycho-soziale Hilfe und Sekundärbildung zu unterstützen. Die meisten Flüchtlinge hier kommen aus der Bay Region westlich von Mogadishu, manche haben bis zu 30 Tage Fußmarsch hinter sich, wenn sie eines der fünf Lager erreichen. Die einzige Organisation, die bisher Bildungsaktivitäten angeboten hat, wird sich nun der Nahrungsmittelhilfe zuwenden. „Obwohl Nahrungsmittel an erster Stelle stehen, darf die Bildung nicht vernachlässigt werden“, sagt Seyoum Asfaw, JRS Direktor in Äthiopien. Noch existieren keine festen Schulgebäude, es findet alles in Zelten statt, aber eine Partnerorganisation von JRS hat bereits einen Platz auf dem Gelände gesichert, um eine Schule zu errichten.
„Noch stehen uns keine Gelder zur Verfügung, um unsere Arbeit in Dollo Ado aufzunehmen, aber wir zählen auf die Hilfe vieler Spender, denn wir müssen ja unsere Hilfsstrukturen von Null aufbauen. Ich werde Anfang August nach Dollo Ado fahren, um mir ein klares Bild über die Lage zu verschaffen, damit wir gut und verantwortlich planen können “, sagt Pater Pflüger.

Hilfe in Nairobi 
Lebensmittelverteilung fuer Fluechtlinge in Nairobi
Auch JRS Teams in der kenianischen Hauptstadt Nairobi und im nordwestlich gelegenen Flüchtlingslager Kakuma bauen ihre Hilfe für somalische Flüchtlinge zur Zeit weiter aus. Es heißt, dass 43% der geschätzten 100.000 Flüchtlinge in Nairobi Somalis sind. Von JRS erhalten besonders bedürftige Flüchtlinge Nahrungsmittel, Decken, finanzielle Hilfe für die Mietzahlungen, medizinische Versorgung und psychologische Beratung. Flüchtlingskinder können ihre Schulbildung mit Hilfe von Stipendien fortsetzen. „Die, die in diesen Tagen nach Nairobi kommen, sind tagelang gelaufen und mussten Umwege nehmen, um al-Shabaab Milizen zu meiden. Viele Kinder sind unterwegs gestorben“, erklärt Irene Waweru, JRS Projektleiterin in Nairobi.

Hilfe in Kakuma
Im Flüchtlingslager Kakuma leben zur Zeit 80.000 Flüchtlinge, davon sind 55.000 Somalis. Ursprünglich waren die Aktivitäten des JRS in Kakuma auf sudanesische Flüchtlinge ausgerichtet, für die das Lager zunächst errichtet wurde. Aber seitdem Somalis die Mehrheit der Bevölkerung bilden, hat JRS seine Projekte
Fluechtlinge in Kakuma
angepasst. „Somalis haben eine völlig andere Kultur, Sprache und Religion. Die Alphabetisierungsrate unter ihnen ist extrem niedrig und Zugang zu Bildung ist dringend nötig, denn viele können nicht einmal ihre Bedürfnisse ausdrücken“, erklärt der JRS Projektleiter in Kakuma.
Bisher erreicht JRS mit seinen Hilfeleistungen etwa 8.000 Flüchtlinge in Kakuma. Bildung ist dabei eine Priorität und seitdem JRS Universitätskurse in Zusammenarbeit mit amerikanischen Jesuitenuniversitäten anbietet, können einige Somalis sogar studieren. Außerdem schult JRS aber auch psychologische Berater, unterstützt Flüchtlinge mit Behinderungen und bietet Frauen Schutz, die Opfer von sexueller und geschlechtsbedingter Gewalt geworden sind.

Hilfe in Addis Ababa
In der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa leben mehr als 160.000 Somalis. Noch ist die Anzahl der Neuankömmlinge nicht wesentlich angestiegen, aber JRS ist so aufgebaut, dass die Organisation in diesem Fall sofort reagieren kann.
Auch in Addis Ababa betreut der JRS Fluechtlingsfamilien
„Ich habe einen Monat gebraucht, um nach Addis zu laufen. Meine Beine waren geschwollen und ich war zu schwach, um zu reden als ich die Stadt erreichte, “ sagt Idil, eine 59-jährige Somalierin, die letzte Woche ankam. „Ich musste meine Mutter unterwegs zurücklassen, sie war zu alt, sie hat es nicht geschafft und ich musste mein eigenes Leben retten. Jetzt mach ich mir Sorgen um sie.“
Bereits seit 1996 unterstützt JRS Flüchtlinge in Addis durch Nahrungsmittel- und finanzielle Hilfe, Bildung, Freizeitaktivitäten, Sprach- und Computerunterricht, psychologische Beratung und Berufsausbildung und momentan profitieren fast 4.000 von dieser Hilfe.

Kampf gegen die Ohnmacht
„Die Anzahl somalischer Flüchtlinge in der Region ist enorm und manchmal fühlen wir uns ohnmächtig angesichts der großen Not. Aber wir müssen tun, was uns möglich ist, und wir sind überzeugt, dass wir mit der Art von Hilfe, die wir geben, das Leben der Menschen etwas lebenswerter machen können und zumindest ihre Hoffnung  auf eine bessere Zukunft  bestärken können,“ sagt Pater Pflüger.
(Angelika Mendes, JRS Ostafrika)


Wer die Arbeit des JRS für Flüchtlinge aus Somalia unterstützen möchte, kann seine Spende entweder auf das folgende Konto überweisen: Jesuitenmission
Spendenkonto 5 115 582
Liga Bank, BLZ 750 903 00
Verwendungszweck: X31113 JRS Somalia

oder auf mein Spendenkonto überweisen:

Jesuitenmission
Konto 5115582
Liga Bank BLZ 750 903 00
Verwendungszweck: "X42590 Braunigger - JRS Somalia"

Montag, 11. Juli 2011

Die Feier der Unabhängigkeit des Südsudans in Kakuma

Endlich war es soweit: Nachdem im Januar mehr als 98% der Suedsudanesen fuer einen vom Norden unabhaengigen Staat Suedsudan votierten, wurde nun am Samstag 09.07.2011 offiziell die Gruendung des 54 afrikanischen Staates vollzogen. Auch hier in Kakuma feierten die rund 20.000 Sudanesen dieses Ereignis
Die Flagge des neugegruendeten
Staates Suedsudan
ausgelassen. Selbstverstaendlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen bei der Feierlichkeit vorbeizuschauen - zunaechst vor allem aus Neugier. Zusammen mit drei weiteren JRS Mitarbeitern fuhren wir zum ehemaligen Gerichtsgelaende der Sudanesen. Nach Entstehung des Fluechtlingslagers, als nur Sudanesen hier waren, kamen regelmaessig sudanesische Richter nach Kakuma, um Recht zu sprechen. Mittlerweile hat der kenianische Staat seine Verantwortung anerkannt und ist auch in Kakuma fuer die Justiz zustaendig und somit hat das Gelaende seinen urspruenglichen Zweck verloren.
Ausgelassene Freude bei den Feierlichkeiten zur Unabhaengigkeit des Suedsudans
Nach der Ankunft am Gerichtsgelaende wurden wir sofort gebeten auf das Podium der Ehrengaeste zu kommen. Dies auszuschlagen war natuerlich nicht moeglich. Fuer mich etwas ueberraschend war, dass kein Vertreter einer anderen Organisation anwesend war.  Nicht einmal der UNHCR noch die groesste Organisation vor Ort (LWF - Lutheran World Federation)  kamen zu diesem Fest. Meines Erachtens ist dies ein absolutes Armutszeugnis. Schliesslich kam, was ich schon erahnte. Die Gaeste vom JRS wurden eingeladen eine Ansprache zu halten, und zwar solle Bruder Christian doch ans Mikrophon kommen. Ueberrascht war ich, dass man mich hier mit Bruder Christian ankuendigte. Insgesamt dachte ich, dass man mich im Camp nicht so sehr mit Namen kennt, aber seit ich vor zwei Wochen begann in die Schulen zu gehen und dort als Bruder Christian vorgestellt wurde, bin ich nun unter diesem Namen bekannt.
U.a. sprach ich dann ueber das Motto des Jesuitenfluechtlingsdienstes - to serve, to accompany and to advocate, und zwar dass fuer uns accompany, also die Begleitung der Fluechtlinge, bedeute mit ihnen Leid zu teilen und ihnen beizustehen, jedoch auch die Freude mit ihnen zu teilen und sich mit den Suedsudanesen zu freuen, dass die Unabhaengigkeit nun erreicht sei. Weiterhin forderte ich auch zur Versoehnung zwischen Nord- und Suedsudan auf, und zwar einander zu vergeben und schliesslich friedlich Seite an Seite zu leben.
Erst waehrend meiner kurzen Ansprache fiel mir auf, wie wichtig es war, dass ich kurz bei den Feierlichkeiten vorbeischaute. Die Suedsudanesen waren gluecklich, dass wir an ihrer Freude teilhaben und uns ihr Schicksal nicht kalt laesst.
Es bleibt nur zu hoffen und zu beten, dass eine friedliche Koexistenz der beiden sudanesischen Staaten meoglich ist und die noch ungeklaerten Grenzfragen diplomatisch geloest werden.

Die anschliessenden Videos geben einige Impressionen zu den Feierlichkeiten in Kakuma:


P.S.: Im Internet ist der Film "God grew tired of us" zu finden, so z.B. bei Youtube. Der Film besteht aus 6 Teilen je ca. 15 Minuten (also insgesamt 90 Minuten).  Es ist eine Dokumentation ueber die Lost Boys of Sudan, Kinder im Alter zwischen 3 Jahren und 14 Jahren, die Ende der 80er Jahre ohne Eltern aus dem Suedsudan flohen und nach einigen Jahren schliesslich 1992 in Kakuma ankamen. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts luden die USA einige tausend Lost Boys ein in den USA zu leben. Der Film berichtet ueber die Flucht, das Leben in Kakuma und schliesslich die Erfahrungen der jungen Sudanesen in den USA. Einfach zu Youtube gehen und dort nach "God grew tired of us" suchen - die Dokumentation ist sehr sehenswert.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Weinen fuehrt zum Erfolg - oder - Das Auswahlverfahren fuer das Studium

Vor einigen Wochen begann das Auswahlverfahren für den nächsten Jahrgang des Fernstudiums (weitere Informationen hierzu hier). Das Auswahlverfahren läuft folgendermassen ab:
  1. In einer Ausschreibung werden alle Interessenten, die die Zulassungskriterien erfüllen, eingeladen sich schriftlich zu bewerben. Als Unterlagen sind notwendig: ein Bewerbungsschreiben, Secondary school Zeugnisse (entspricht dem Zeugnis einer weiterführenden Schule), Nachweis ausreichender Englischkenntnisse, ein Empfehlungsschreiben entweder eines Community Leaders, einer Kirche, Organisation etc.
  2. Im Anschluss an die schriftliche Bewerbung werden ca. 100 Kandidaten zu einem schriftlichen Test eingeladen und von denen dann
  3. rund 55 für ein Vorstellungsgespräch eingeladen.
Am Ende werden dann 35 Bewerber für das Studium zugelassen.

In die Ausarbeitung der Ausschreibung wurde ich nicht einbezogen und in die Auswahl der Kandidaten für den schriftlichen Test nur ein wenig. Da diejenigen, die für das gesamte Auswahlverfahren unerwarteterweise nicht vor Ort waren, durfte ich dann den schriftlichen Test organisieren. Eigentlich kein Problem, wären da nicht die vielen Beschwerden von Bewerbern gewesen, die es kaum fassen konnten, dass sie nicht für den schriftlichen Test berücksichtigt wurden. Ich durfte letztlich ausbaden, was andere zuvor geplant hatten. Die Bewerbungs- 
Bewerber registrieren sich fuer den schriftlichen Test und warten gespannt
auf den Beginn. Fuer Fluechtlinge ist das Fernstudienprogramm eines der
wenigen Moeglichkeiten fuer Bildung nach Beendigung der Schulzeit.
kriterien wurden m.E. viel zu hoch angesetzt; ich hätte bei einer Flucht jedenfalls nicht als erstes mein Abiturzeugnis eingepackt und ein Nachweis von Englischkenntnissen gestaltet sich schwierig -es gibt nur wenige Sprachkurse im Lager. Und was ist mit denjenigen, die auf eigene Faust Englisch lernten? Welchen  Nachweis sollen sie erbringen? Die schließlich getroffene Auswahl für den Test empfand ich als teilweise willkürlich. Die ersten Beschwerden versuchte ich freundlich aber bestimmt abzulehnen, da die Auswahl ja getroffen sei. Schließlich meinte der Chef von JRS vor Ort, er würde mir voll Vertrauen. Die Kriterien seien sicherlich zu hoch gesteckt gewesen. Wenn sich jemand beschwere, so könne ich die Unterlagen nochmals durchgehen und entscheiden, ob eine Zulassung zum Test erfolgen soll. So durfte ich mich dann drei Tage lang mit Beschwerden auseinandersetzen bzw. Flüchtlingen, die verschiedene Gründe vorbrachten, weshalb sie sich zu spät beworben hatten. Was sollte ich nun machen? Wenn ich jedem sage, dass er doch zum Test kommen kann, so spricht sich dies herum und alle beschweren sich - getreu dem Motto: Wer sich nicht beschwert, ist selbst Schuld! Und wenn jemand sich zu spät bewirbt? Irgendwo muss eine Grenze gesetzt sein.

Eine der ersten Beschwerden wurde von einer Frau vorgebracht, die eine Bewerbung für ihren Sohn eingereicht hatte, der sich im Bewerbungszeitraum in Nairobi aufhielt. Leider lag der Bewerbung  kein Motivationsschreiben, kein Empfehlungsschreiben und kein Nachweis der Englischkenntnisse vor. Die Frau flehte mich an, dass ich doch ihren Sohn berücksichtigen soll. Als ich meinte, dass aber nicht die erforderlichen Unterlagen vorhanden gewesen seien und er nicht berücksichtigt werden könne, begann sie zu weinen. Ich meinte daraufhin, dass sich der Sohn nächstes Jahr wieder bewerben könne. Doch sie ließ sich nicht beruhigen. Schließlich meinte ich, dass der Sohn eben zum Test vorbeikommen solle.  An diesem Tag erinnerte ich mich an eine Erzählung aus der Autobiographie des hl. Augustinus. Dort heisst es:
"Als sie (Augustinus Mutter) sich trotz dieser Worte noch nicht beruhigen wollte, sondern mit Bitten und unter einem Strom von Tränen heftiger in ihn drang, er solle doch mich (Augustinus) sehen und mit mir sprechen, da sagte jener, beinahe schon unwillig: "Gehe von mir, denn so wahr du lebst, es ist unmöglich, dass ein Sohn solcher Tränen untergehe." (Confessiones des Augustinus, Drittes Buch Kapitel 12)
Von diesem Moment an erteilte ich jedem, der sich beschwerte die Erlaubnis am schriftlichen Test teilzunehmen - selbst einem, der sich noch gar nicht beworben hatte und erst einige Stunden im Anschluss an den Test die Bewerbung einreichte. In diesen Tagen fragte ich mich häufig, ob ich richtig handle.  Am Tag der schriftlichen Bewerbung hatte ich jedoch Gewissheit. Von denjenigen, die sich beschwert hatten, kamen alle zum Test - von den anderen rund 100 Kandidaten jedoch in etwa 20 nicht. Wer eine Beschwerde einreichte, war also wirklich motiviert! Und wie sich später herausstellte, schnitten viele von ihnen auch extrem gut ab.

Im Test galt es dann eine Stellungnahme zu einer Rede Nyeres zu verfassen. Nyere war der erste Praesident Tansanias und sehr angesehen. Er wird von vielen Menschen verehrt und galt als sehr fromm. Nyere sagte:
"Diejenigen, die dieses Privileg erhalten, haben daher die Pflicht, die Opfer, die andere aufgebracht haben, zurückzuzahlen. Sie sind wie ein Mann, der alle Nahrungsmittel eines verhungernden Dorfes zur Verfügung gestellt bekommt, damit er stark genug ist, um die Chance zu erhalten Lebensmittel von einem entfernten Ort ins Dorf zu bringen. Wenn er die Nahrung nimmt und seinen Brüdern nicht hilft, so ist er ein Verräter. Ähnlich ist es mit jungen Männern und Frauen, die von unserem Volk eine Ausbildung ermöglicht bekommen und eine Überheblichkeit entwickeln oder es unterlassen ihr Wissen zur Entwicklung ihres Landes zur Verfügung zu stellen; dann verraten sie unsere Gemeinschaft." (Nyere, J.K. – Rede im Parlament in Dar es Salaam am 12. Mai 1964)
Ob die Studenten dies für ihr Leben übernehmen? Es ist zu hoffen - und dem Kontinent  Afrika zu wünschen, denn viele hier in Politik, Wirtschaft und Verwaltung sind leider reinste Gauner.

Samstag, 28. Mai 2011

Lake Turkana - ein See in der Wueste

Einige Arbeitskollegen am See unter Palmen
Vor einigen Wochen ergab sich die Moeglichkeit einen Ausflug an den Lake Turkana zu unternehmen. Am Wochenede ist dies normalerweise nicht moeglich, da wir samstags generell bis 13 Uhr arbeiten. In Kenia gilt allerdings eine interessante Feiertagsregelung: Faellt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag, so ist dafuer der Montag arbeitsfrei. Da dies der Fall war, brach ich am Samstagnachmittag zusammen mit einigen Arbeitskollegen auf, um an den etwa 180 Kilometer entfernten See zu fahren. Der See liegt inmitten einer Wueste, die es zu durchqueren gilt. Neben vielen Steinen und Sand gibt es auch relativ viele Straeucher und Baeume, die sehr wenig Wasser benoetigen. Jaehrlich regnet es an nur 3 oder 4 Tagen, so dass sich mir eine Frage aufdraengte. Ein Baum benoetigt fuer sein Wachstum ordentlich Wasser, wenn es nur sehr wenig regnet, so dauert es schliesslich ewig bis der Baum einige Meter hoch ist. Wie alt sind also wohl die Baeume?
Baeume und Straeucher in der Wueste. Die Bewohner der Gegend leben
aeusserst aermlich und finden es nur begrenzt amuesant, wenn man sie
fotografiert. Ein Doppelklick auf das Foto vergroessert es und die Geste
des Einheimischen  spricht Baende.

Die Flaeche des Sees betraegt etwa das 10-fache des Bodensees, weltweit sind nur 23 Seen groesser und er ist weltweit der groesste Wuestensee. In dieser Region leben die Menschen noch aermlicher als in Kakuma.  Auf dem Weg an den See hielten wir kurz an, um Feuerholz zu sammeln. Nach einiger Zeit erschienen aus dem Nichts einige Menschen, die schliesslich Trinkwasser erbettelten (siehe Foto oben) .  Die Infrastruktur ist auch am See miserabel - die Verkehrsanbindung an andere Teile des Landes ist aeusserst schlecht, so dass wenige Touristen kommen, Fische aus dem See nicht in andere Landesteile transportiert werden und Industrie und Handel gibt es hier ohnehin nicht. Am Campingplatz versuchten einzelne Kinder und Jugendliche handgefertigte Koerbe, Halsketten aus Fischknochen, u.ae. fuer 50 - 300 Schilling (etwa 0,5 - 3 Euro) zu verkaufen. Einzig mit Ziegen- u. Kamelzucht und ein wenig Fischerei halten sich Menschen ueber Wasser. Mir kamen spontan zwei Begriffe in den Sinn: Buschmensch und Eingeborener.
Eine Kamelherde am Strand. Kamele sind fuer mich einerseits exotisch -
andererseits gehoeren sie fuer mich hier in Turkana nahezu zum Alltag.
Der See ist wunderbar - das Wasser ist warm, der Sandstrand weiss, Sandduenen mit Palmen schliessen sich an den Strand an und auf der gegenueberliegenden Seite des Sees ragen grosse Felsen aus Vulkangestein empor. Meist herrscht ein leichter angenehmer Wind und eine wohltuende Ruhe. Ich finde den Ort faszinierend, vor allem auch, weil dies inmitten einer Wueste ist. Es ist nahezu das Paradies - einzig die extreme Hitze noetigt dazu sich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr dauernd im Schatten aufzuhalten (entweder in einer Huette oder unter grossen Palmen). Das das Wasser alkalisch ist, gibt es die sonst oftmals in Seen vorhandenen Bakterien nicht und es laesst sich bedenkenlos darin baden (zumindest nach Auskunft meines Reisefuehrers).
Panoramabild bei beginnendem Sonnenuntergang. Durch Doppelklick auf das Foto erfolgt eine Vergroesserung.
Vor etwa 10.000 Jahren war der Wasserpegel des Sees hoeher, so dass Wasser in den Nil floss und Fische und Krokodile in den Lake Turkana wanderten. Daher gibt es heute im See einen grossen Fischbestand und auf einer grossen Insel innerhalb des Sees gibt es daher rund 15.000 Nilkrokodile. Leider hatten wir keine Moeglichkeit auf diese Insel zu fahren - aber dies kann ja noch kommen. So ein kleines, suesses Krokodil koennte ich ja als Souvenir nach Deutschland mitnehmen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Kakuma steht unter Wasser! - oder - Des einen Freud, des andern Leid!

Seit meiner Ankunft im Oktober regnete es bis Ende April einige Male für einige Minuten und einmal für etwa eine Stunde. Ende April regnete es aber dann einige Tage immer wieder für eine Stunde, so dass es sich erfreulicherweise abkühlte. Für mich persönlich war dies eine gelungene Abwechslung - ich war die tägliche Hitze und die Eintönigkeit des Wetters allmählich Müde. Viele sehnen sich nach dieser Abwechslung und dem Regen, welcher so notwendig ist, so dass sich die Grundwasserreserven wieder füllen und aus den Bohrlöchern wieder Wasser sprudelt. Sobald diese Abwechslung eintritt, werden jedoch viele Wege zu Schlamm, was wiederum die wenigsten wirklich wollen - und es ist wieder zu hören: Wenn doch nur alles schnell trocknen würde. Der Schlamm ist für die Mitarbeiter der Organisationen nicht schlimm, da wir durch das Camp mit Jeeps fahren. Ein Flüchtling hingegen ist nach einem kurzen Marsch bereits vollkommen schmutzig. Einzelne Flüchtlinge bangen auch, dass das Dach hoffentlich nicht zu viel Wasser durchlässt. Einer der Flüchtlinge, der im Bildungszentrum arbeitet, verabschiedete sich eines Tages und meinte er müsse kurz nach Hause gehen und die Wassereimer leeren. Sein Dach hat einige Löcher. Damit sein Wohnraum, der nur einen Lehmboden hat, sich nicht zu Schlamm verwandelt, stellte er unter die Löcher Eimer, die er dann leeren wollte. Wie priviligiert ich doch mit meinem Zimmer bin; solche Probleme habe ich  nicht einmal hier.


Das Flüchtlingscamp ist umgeben von einigen Flussbetten. Auf dem folgenden Foto ist ein solches oben zu sehen - eine Ziegenherde durchquert das Flussbett. So kannte ich das Flussbett seit meiner Ankunft und konnte mir nicht vorstellen, wie das Flussbett entstanden ist und schon gar nicht, dass dieses eines Tages auch einmal mit Wasser gefuellt sein koennte. Dies aenderte sich nun: Ueber Nacht fuellte sich das Flussbett und wurde zu einem reissenden Strom. Auf dem Foto im unteren Teil und im Video ist dies schoen zu sehen. Doch woher kommt das Wasser? Der Regen in Kakuma ist es ja sicherlich nicht. Nein - das Wasser kommt aus Uganda. Wenn es dort in den Hoehenlagen regnet, fliesst es ins Tal, sammelt sich und wird in kuerzester Zeit zum reissenden Strom. Leider unterschaetzen viele Menschen die daraus resultierende Gefahr - der Wasserstrom entwickelt sich nicht langsam, sondern ist innerhalb von einer kurzen Zeit sehr stark, so dass regelmaessig Menschen in diesen Flussbetten sterben. Dieses Mal ist erfreulicherweise anscheinend nichts passiert.
Im Foto oben ist der "Lager" - wie die Flussbette hier bezeichnet werden - zu sehen, wie er mir seit Oktober bekannt war : Ausgetrocknet, Ziegenherden durchqueren ihn und einzelne Menschen graben nach Wasser. Unten ist der "Lager" nun mit Wasser gefuellt und ein reissender Strom. Regelmaessig sterben  Menschen, weil sie - besonders Kinder - die Gefahr des nahenden Wassers unterschaetzen.
Das Video gibt einen zusaetzlichen Eindruck ueber die Wassermassen. Ziegen ueberqueren das Flussbett nun ueber die Bruecke - und eine Einheimische findet mein Videodreh nicht toll - sie haette mir fast die Kamera aus der Hand geschlagen. Die umstehenden Schaulustigen lachten herzlich. Ich liess mich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und drehte weiter.
Da ein etwas kleinerer "Lager" das Camp durchquert, kann es vorkommen, dass Menschen ploetzlich von ihrem zu Hause abgeschnitten sind - eine Bruecke existiert nicht und den "Lager" zu durchqueren ist viel zu gefaehrlich. An solchen Tagen steht vieles still. Menschen warten - Hilfsorganisationen fahren nur in bestimmte Teile des Fluechtlingslagers. Der Strom reisst auch immer mehr Erde mit, so dass das Flussbett breiter wird. Vor einigen Jahren wurde dies schliesslich etlichen kongolesischen Fluechtlingen zum Verhaengnis: Ihre Lehmhuetten und ihr Hab und Gut wurden weggespuelt - das Flussbett verbreiterte sich.

Eine etwas amüsantere Begebenheit spielt sich regelmäßig beim UNHCR ab. Bis vor 10 oder 15 Jahren hatte der UNHCR seine gesamten Wohn-und Arbeitsgebäude im selben Bereich wie alle anderen Organisationen. Da der Platz eng wurde (und nicht mehr komfortabel genug?), entschloss man sich an anderer Stelle zu bauen. Allerdings entschied man sich ausgerechnet für einen Bereich, der regelmäßig durch das Wasser eines überlaufenden Lagers überflutet wird. Anscheinend glaubte man die Angelegenheit bewältigen zu können. Seitdem ist jedoch regelmäßig dieser Compound überflutet. Dieses Jahr standen alle Büro und Wohngebäude einen halben Meter unter Wasser. Warum man sich ausgerechnet für diesen Platz entschied, ist mir unbegreiflich. Der UNHCR war schon seit Jahren vor Ort und hätte eigentlich sehen können, dass dieser Platz überflutet wird. Einige hundert Meter weiter besteht dieses Problem jedoch nicht. Meines Erachtens handelte es sich nicht um eine sehr weitsichtige Planung.

Das Quartier des UNHCR steht unter Wasser. Hinter der Brücke geht es auf den Weg, welcher zum UNHCR führt. Das gesamte Anwesen steht einen halben Meter unter Wasser, also auch die gesamten Wohn- und Arbeitsgebäude. (durch einen Doppelklick auf das Bild, wird es vergrößert)

Montag, 25. April 2011

In Kakuma ersteht Christus einen Tag früher! - oder - Frohe Ostern!

Heute möchte ich ein wenig über die Kar- und Ostertage in Kakuma berichten. Da die liturgischen Texte in der katholischen Kirche weltweit identisch sind, waren keine grossen Überraschungen zu erwarten. Die Gottesdienste, die ich besuchte, wurden von Jesuiten gehalten - P. Garry Smith (USA) und P. Chris Jenkins (Australien).

Letzten Sonntag wurde also auch in Kakuma Palmsonntag gefeiert - und zwar mit einer richtigen Prozession, nicht wie in Deutschland nur vom Kirchhof in die Kirche hinein. Wir hatten sogar Palmzweige - allerdings , wie zu erwarten, vollkommen vertrocknete.
 
Am Abend nach der Feier des letzten Abendmahles, fuhren wir zur Kommunitaet der Salesianer Don Boscos. Die Salesianer vor Ort sind schon seit vielen Jahren fuer die Seelsorge im Camp verantwortlich und froh, wenn Jesuiten aushelfen oder für eine längere Zeit sich pastoral engagieren. Die drei Salesianer kamen alle ein wenig spaet zurueck (sie begannen nach gutem afrikanischen und indischem Brauch die Messfeier 30 Minuten oder sogar eine Stunde spaeter als angesetzt). Dies hielt uns Jesuiten jedoch nicht davon ab schon die Feier zu eroeffnen und ein oder zwei kalte Bier zu trinken. Einen der drei Salesianer (ein Inder) schaetze ich unheimlich - seine dienende Grundhaltung - gegenüber Flüchtlingen und auch uns - macht ihn für mich zu einem sehr angenehmen Menschen. Da zwei der drei Salesianer Inder sind, gab es dann auch ein indisches Abendessen. Hmmm. Dies war eine gelungene Abwechslung zu den täglichen roten Bohnen, Kohl und Ziegenfleisch   An diesem Abend aß ich wahrscheinlich doppelt so viel wie normalerweise.

Der Karfreitag war nicht besonders spektakulaer - und doch beeindruckend wie einer nach dem anderen zu Kreuzverehrung nach vorne kam. Die Feiern waren liturgisch nicht spektakulär - und doch hatten sie etwas Besonderes, welches gerade auch der Zelebrant einbrachte.

Zu Beginn der Osternacht - es ist 16 Uhr und
der Sonnenuntergang beginnt gegen 19:00 Uhr.
Von Dunkelheit kann also keine Rede sein.
Die Feier der Osternacht begann bei uns in Kakuma schon zeitig - wenn der Gottesdienst früher beginnt, kann die Party danach ebenfalls früher beginnen. Entsprechend entschloss man sich in Kakuma die Osternacht bereits um 16 Uhr nachmittags zu beginnen. Und daher ersteht Christus in Kakuma nicht erst am dritten sondern bereits am zweiten Tag - also ein Tag früher als im Rest der Welt. Das Foto rechts wurde zu Beginn des Gottesdienstes aufgenommen. Schließlich stellte es sich auch als Herausforderung dar das Osterfeuer zu entzünden. Aber mit ein wenig Papier und Plastik brannten schließlich doch zwei Zweige und die Osterkerze konnte angezündet werden. Der Holzhaufen blieb insgesamt jedoch unberuehrt - daher muss naechstes Jahr schon niemand Holz suchen gehen. Die Symbolik Christus als Licht, welches die Nacht erhellt und zu uns kommt, hatte aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und der Hitze  seine Kraft ein wenig verloren - besonders auch, da die Kerzen nach Einzug in die Kapelle ausgeblasen wurden - ansonsten wäre es einfach nur furchtbar heiss geworden. Warum die Osternacht bereits um 16 Uhr gefeiert wurde? Die Liturgie dauert ohnehin ein wenig länger, dann gab es sieben Taufen und da ab 19 Uhr die einzelnen Teile des Camps mit Hilfe großer Tore abgeriegelt werden, so dass von aussen keine Diebe eindringen können, mussten bis ca. 19 Uhr alle wieder zu Hause sein. Daher entschloss man sich die Osternacht vorzuverlegen - ich denke ein guter Entschluss, denn wäre es besser gar keine Osternacht zu feiern?

Die wahre Osterfreude war dann am Sonntag zu spüren. Die sogenannten Kizito Tänzer durften nach der 40-taegigen Fastenzeit wieder im Gottesdienst tanzen. Ihr Enthusiasmus schien geradezu die Gottesdienstgemeinde anzustecken. Und so wurde im Gottesdienst gesungen, geklatscht - und auch ein wenig gegroelt. Diese Art von Gottesdiensten sind schon etwas Besonderes. Im Video ist ein Ausschnitt aus dem Danklied kurz vor Ende des Gottesdienstes zu sehen (es lohnt sich das Video bis zum Ende zu schauen!)

Sonntag, 3. April 2011

Eroeffnung des Fernstudiums - oder - Wir koennen es nicht den Ignoranten und Idioten ueberlassen!

Vor etwa zwei Wochen wurde nun offiziell das Fernstudienprogramm eroeffnet. Bei solchen Veranstaltungen werden auch in Afrika traditionell einige Reden geschwungen und es gibt als Unterhaltung zwischendurch einzelne Auffuehrungen. Im Video anschliessend fuehrt eine Schulklasse einen traditionellen Tanz und Gesang auf.
Einer der Redner vor Ort war P. Frido Pflueger. Er kommt aus Deutschland und ist seit knapp drei Jahren  in Nairobi und ist verantwortlich  fuer den Jesuitenfluechtlingsdienst in Ostafrika, also in Kenia, Tansania, Uganda, Aethiopien und dem Nord- und Suedsudan. Hier ein Auszug aus seiner Rede:
 "…Warum fuehren wir nun das Fernstudiums hier im Fluechtlingslager ein? Jesuiten engagieren sich im Bereich der Ausbildung seit fast 500 Jahren. Wir sehen es als unsere Aufgaben an Menschen auszubilden, die sich in Liebe fuer Gerechtigkeit einsetzen. In den Prinzipien der ignatianischen Paedagogik werden die grundsaetzliche Punkte ausgefuehrt, die bei der Ausbildung wichtig sind. Meiner Meinung nach sind drei Dinge zu betonen und dann noch ein Nachschub aufzufuehren. Also sind es insgesamt eigentlich vier Punkte.
P. Pflueger waehrend seiner Rede

1. Wir benoetigen Menschen mit Kompetenz (competence). Menschen, die etwas wissen, die wissen wovon sie reden. Menschen, die Probleme erkennen und sie loesen koennen oder wenigstens daran interessiert sind sie zu loesen. Manchmal weiss man nicht wie ein Problem geloest werden kann, ein Problem kann zu gross sein. Aber mit Ignoranten und Idioten koennen wir keine Probleme loesen. Wir koennen die Probleme nicht den Idioten ueberlassen. Aber Kompetenz ist nicht genug. Es gibt viele Menschen auf der Welt mit Wissen, die wissen wie sie anderen Menschen das Geld aus der Tasche stehlen, gerade in Diktaturen und korrupten Strukturen. Es gibt gibt genuegend kompetente, ausgebildete Menschen, die ihr Volk unterdruecken. Diese Menschen benoetigen wir nicht. Und so kommen wir zum zweiten Punkt.
2. Wir benoetigen Menschen mit einem guten Gewissen, d.h. Menschen, die die Gabe haben zwischen gut und schlecht zu unterscheiden und entsprechend sich fuer das Gute entscheiden. Aber auch dies ist noch nicht ausreichend. Wir lesen im Brief des Apostels Paulus: Wenn es keine Liebe gibt, dann ist alles unnuetz. Dies fuehrt bereits zum dritten Punkt.
3. Daher benoetigen wir Menschen mit Leidenschaft. Menschen, die ein grosses Herz besitzen und die sich um das Wohl anderer sorgen und nicht alleine an sich denken. Menschen, die ihre Faehigkeiten, ihr Wissen einsetzen um in guter Absicht anderen zu helfen. Und so komme ich nun zum vierten Punkt.
4. P. Arrupe, der Gruender des Jesuitenfluechltingsdienstes, betonte immer wieder: Wir muessen Maenner und Frauen fuer andere ausbilden.
Und so kann zusammengefasst warden, dass wir Menschen mit Wissen, einem guten Gewissen und Leidenschaft benoetigen und ausbilden wollen, die Maenner und Frauen fuer andere sind…"


Nachdem die neuen Gebaeude noch eingeweiht wurden, kam es auf dem Vorplatz zur letzten Auffuehrung. Eine burundische Trommelgruppe gab ihr Bestes! Diese Gruppe ist im Video zu sehen.

 
Wer mehr zu unserer Arbeit in Kakuma wissen moechte und wie wir Menschen fuer andere ausbilden, kann sich hier informieren. Wer unsere Arbeit unterstuetzen moechte, kann dies gerne durch eine Spende (siehe in der rechten Spalte) oder die Einnahmen aus einer Wohltaetigkeitsveranstaltung tun. Allen, die in letzter Zeit gespendet haben ein herzliches Dankeschoen!

Donnerstag, 17. März 2011

Ich ein Missionar? -- Scheinbar!

In der Osnabruecker Kirchenzeitung ist am 13. Maerz 2011 ein Artikel erschienen, in welchem drei Jesuiten (Heribert Mueller SJ, S. H. und ich) Stellung nehmen zu ihrem Verstaendnis als Missionar in Afrika. Nachfolgend ist dieser Artikel zu finden. Zur besseren Lesbarkeit einfach zweimal kurz auf das Bild klicken.

.Viele Gruesse

Christian

Montag, 28. Februar 2011

IT Assistent gesucht - oder - Und dann wurde ich Computeringenieur!

Wie ich Euch bereits ausfuehrlich berichtet habe, bin ich verantwortlich fuer jegliche IT-Angelegenheiten + Generator und das Batteriensystem. Um mich zu unterstuetzen und vor allem Probleme zu loesen, wenn ich keine Lust habe zu arbeiten (wie z.B. waehrend meines Urlaubs oder im Falle von Krankheit), haben wir beschlossen einen Fluechtling als Assistenten einzustellen, der wie andere Fluechtlinge rund 40 Euro pro Monat verdient. Als dies bekannt wurde, fragte mich einer der anderen Fluechtlinge, der vor allem im Programm mit behinderten Schuelern arbeitet: "Was machst Du dann den ganzen Tag, wenn Du einen Assistenten einstellst?" Darauf konnte ich nur noch antworten: "Was wohl? Selbstverstaendlich Urlaub!" Diese etwas freche Frage hat mich durchaus gefreut, denn in Afrika ist dies gegenueber einem Uebergeordneten noch weniger moeglich als in Europa. Letztlich muss hierfuer bereits ein grosses Vertrauen vorhanden sein.

Das Studienzentrum in Kakuma - diese Baeume werden regelmaessig mit Unmengen
Wasser gegossen. Zu Beginn meiner Zeit hier hielt ich es fuer Wasserverschwendung.
Als ich erfuhr, dass hier in Kakuma GTZ (eine deutsche Organisation) fuer "Forstaufbau"
zustaendig ist und das Pflanzen von Baeumen und Straeuchern unterstuetzt wird, waren
meine Zweifel vollstaendig vom Tisch. Eine deutsche Organisation kann sich nicht irren, oder?


Auf unsere Stellenausschreibung haben sich immerhin 5 Personen beworben. Nicht alle Bewerbungen waren wirklich aussagekraeftig, aber da es nur fuenf waren, entschloss ich mich alle zum Vorstellungsgespraech einzuladen. Ich ging sehr zuversichtlich in die Vorstellungsgespraeche, denn wenigstens ein Kandidat erschien mir als geeignet: Seine Zertifkate waren vielversprechend und als ich ihn einige Tage vor dem Vorstellungsgespraech traf, hatte ich einen guten Eindruck von ihm.
Er war dann auch der erste an der Reihe: Wir plauderten ein wenig ueber seine Erfahrungen und da ich wissen wollte, was wirklich stimmt, gab ich ihm einige kleine Aufgaben zunaechst zwei sehr einfache, um die Nervositaet abzubauen (wie einen Text zu kopieren und an einer anderen Stelle einfuegen oder einfach nur auf dem Computer seinen Namen und seine Herkunft zu tippen). Ja, er war nervoes - aber ich hatte einen guten Eindruck. Dann erklaerte er mir was ein Antiviren Programm ist und auch was eine IP Adresse ist. Am Ende des Gespraechs fragten wir ihn bezueglich seiner Zukunftsplaene. Die Antwort war kurz: Er habe ein Stipendium erhalten und koenne im August nach Canada zu einem Studium gehen. Schoen fuer ihn! Musste er sich dann jetzt noch bewerben? Somit war mein Wunschkandidat aus dem Rennen!
Auch der zweite Kandidat machte einen ordentlichen Eindruck - in der Mitte des Gespraechs war ich von seinen Faehigkeiten ueberzeugt, auch wenn sein Englisch nicht sehr gut war. Und so kamen wir zum Punkt, welche Plaene er fuer sein Leben hat. Und seine Plaene waren sehr klar: Er sei im Umsiedlungsprozess fuer Australien. Da es hier verschiedene Stufen gibt, wollten wir einige weitere Informationen haben. Das Resultat: Die medizinische Untersuchung sei bereits vorueber - was soviel heisst, dass er in zwei bis drei Monaten nach Australien fliegt.
Interessant! Und warum bewerbt Ihr Euch ueberhaupt, wenn Ihr ohnehin bald die Fliege macht?!? Ich war schon ein wenig genervt - vor allem weil die Qualifikationen der beiden ersten Kandidaten mit Abstand am vielversprechendsten waren.
Also kam der dritte Kandidat. Er hat schon unendlich viele Kurse hier im Camp belegt - zu psychologischer Beratung, Gesundheitsaufklaerung, Child Protection... und eben auch einen Kurs in Computergrundlagen und einen Aufbaukurs in Software, Hardware und Netzwerken. Nachdem er zu reden begann, konnten wir ihn kaum noch stoppen. Er sprach ueber die vielen Dinge, die er gemacht hat (was uns nicht interessierte). Schliesslich konnte ich ihn die beiden Einstiegstests machen lassen - na ja, es dauerte schon recht lange, aber es ging. Auf die Fragen nach Antivirensoftware, Firewall und IP Adresse redete er und redete und redete. Ich verstand ihn nicht so richtig, aber schluessig war dies alles definitiv nicht - manche Dinge waren haarstraeubend! In diesem Moment dachte ich mir: Lieber mache ich hier alles alleine, als jemand einzustellen, der mich den ganzen Tag vollquaselt!
Der vierte Kandidat war recht nett - er hatte einige Grundqualifikationen, aber eben nur Basiswissen. Hinzu kommt, dass er ein gutes Stueck entfernt wohnt und wir uns fragten, wie er wohl die Distanz immer bewaeltigen wird. Aber er war sehr ehrlich: Wenn ich ihn etwas fragte und er es nicht wusste, dann gab er es zu - dies ist nicht so selbstverstaendlich hier. Aber in solchen Faellen kann ich Dinge erklaeren - ansonsten macht jemand einfach etwas und am Ende ist das Resultat niederschmetternd.
Den absoluten Abschuss leistete sich die 5 Kandidatin. In der Bewerbung hiess es: "Ich habe einen Kurs in Gemeinschaftsentwicklung gemacht und im Anschluss einen Abschluss in Computerwissenschaft gemacht. Im Anschluss wurde ich dann Computeringenieur in einem der oertlichen Institutionen." Zeugnisse waren der Bewerbung leider nicht beigelegt. Mit den Aufgaben Kopieren/Einfuegen, dem Tippen und der Frage nach Antivirensoftware war sie vollkommen ueberfordert. Dann erklaerte sie, dass im Zusammenhang der Gemeinschaftsentwicklung sie auch Computerstunden gehabt habe und Freunden mit dem Computer helfe. Worauf ich sie dann noch fragte, was die Studieninhalte beim Computerstudium in Nairobi waren und wie sie Computeringenieur wurde. Hier musste sie vollkommen passen: Alles war erstunken und erlogen!

Wir haben nun den 4 Kandidaten eingestellt. Meine Hoffnung ist, dass er sehr schnell lernt. Ja, diese Bewerbungsgespraeche sind schon lustig - auch wenn ich zwischendurch nicht mehr daran glaubte einen Assistenten zu erhalten.

Freitag, 11. Februar 2011

Wie sieht es eigentlich im Fluechtlingslager aus?

Heute moechte ich Euch ein wenig berichten, wie es im Fluechtlingslager aussieht. Meine Vorstellung von einem Fluechtlingslager sah bis vor einem halben Jahr etwa so aus: Menschen leben in Zelten, ueberleben lediglich aufgrund der Lebensmittelrationen der UNO und besitzen keine medizinische Versorgung.  In Kakuma war dies die Situation in den 90-er Jahren - seitdem hat sich allerdings vieles veraendert.
Da Fluechtlinge in der Regel viele Jahre im Camp verbringen, haben sie mit der Zeit Wohnhuetten gebaut. Dies sind in der Regel Lehmhuetten, die mit einem Wellblechdach ausgeruestet sind. In einer solchen Ein-Raum Huette leben meist mehrere Personen (Familien oder Geschwister...) - es koennen bis zu sechs  oder sieben Personen sein. Einige dieser Huetten teilen sich dann ein Plumpsklo. Eine Organisation bietet medizinische Hilfe, welche wirklich nur rudimentaer ist.
Zweimal taeglich besteht fuer eine Stunde die Moeglichkeit
an oeffentlichen Plaetzen Wasser in Kanister zu fuellen
und nach Hause zu transportieren - entweder im
Schubkarren, auf dem Kopf,...
Das Wasser fuer den taeglichen Bedarf erhaelt man an einer Wasserstelle, vor welcher immer wieder viele Menschen Schlange stehen. Zweimal taeglich besteht fuer eine Stunde die Moeglichkeit Wasser in Kanister zu fuellen. Nach einem mir unverstaendlichen System werden die eigenen Kanister abgestellt, welche die Reihenfolge markieren. Die Menschen warten dann im Schatten bis sie an der Reihe sind.
Zwei Mal monatlich werden vom Welternaehrungsprogramm (WFP) Lebensmittelrationen verteilt. Diese umfassen Maismehl, Reis, getrocknete rote Bohnen - und mit etwas Glueck einige hygienische Utensilien. Frisches Gemuese, Obst oder Fleisch kann bei den Temperaturen in Kakuma nicht gelagert werden und wird somit auch nicht ausgegeben. (Die gesamten Gueter werden in einem Zeitraum von zwei Wochen angefahren, zwischengelagert und schliesslich zum festgesetzten Termin beginnt die Lebensmittelverteilung).

In dieser Hauptverkehrsstrasse gibt es wie
an anderen Stellen im Camp einige kleine
Staende, Geschaefte und Lokale.
Mit den Jahren entwickelte sich daher im Camp ein Handel. In kleinen Geschaeften gibt es allerlei  fuer den alltaeglichen Bedarf zu kaufen. Ebenso gibt es  Metzgereien, die von einem Schlachthaus Fleisch erhalten - welches mit Tieren von der lokalen Bevoelkerung beliefert wird. Auf dem Markt gibt es ein wenig Gemuese, Zwiebeln, gelegentlich Tomaten, Karotten, Kohl. Diese Dinge werden mit privaten LKWs einige 100km angekarrt und vor Ort verkauft. Auch Handwerker sind im Camp zu finden: Schneider, Schuhmacher, Mechaniker...
Auf dem Foto ist die Hauptstrasse des Camps zu sehen. Sie ist viele Kilometer lang und fuehrt durch das gesamte Camp (inwiefern dies wirklich als Strasse bezeichnet werden kann angesichts der Loecher und Huegel auf der Fahrbahn sei dahingestellt).

Es gibt kleine Lokale, in denen man einen Tee oder Kaffee trinken und auch etwas Essen kann. Selbstverstaendlich ist dies alles sehr einfach aufgebaut - eine groessere Lehmhuette mit Lehmboden, und einigen Plastikstuehlen.
Wenn ich das Bild so anschaue, frage ich mich, ob mir an
diesem Tag kalt war. Anders kann ich mir nicht erklaeren,
dass ich ein langaermeliges Hemd trug. Aber
wahrscheinlich hatte es nur 36 Grad Celsius.
In der Ecke des Raumes wird mit Holzkohle Wasser gekocht und in einem Nebenraum sind einige kleine Kochstellen zu finden, die ebenfalls mit Holzkohle betrieben werden. Im Vorraum eines solchen Lokals trinke ich gelegentlich in einer kurzen Pause oder sonntags einen Tee.

Woher haben die Menschen Geld, um einkaufen zu gehen? Ist in diesem Fall die Hilfe von Organisationen ueberhaupt notwendig? Koennte sich dies nicht alles selbst tragen?

Nur weil Organisationen hier taetig sind, laeuft es relativ rund. So werden in unseren Programmen behinderte Menschen die Moeglichkeit den Tag lernend und spielend zu verbringen, traumatisierte Menschen erhalten Hilfe, im Frauenhaus koennen misshandelte Frauen unterkommen und im Bildungsprogramm wird eine Basis fuer die Zukunft geschaffen (siehe auch "Der Jesuitenfluechtlingsdienst und seine Arbeit"). Und in all diesen Bereichen bekommen Fluechtlinge eine Ausbildung und arbeiten dann mit uns, um anderen Fluechtlingen zu helfen. Ebenso beschaeftigen andere Organisationen Fluechtlinge. Dabei verdient ein Fluechtling etwa 45 Euro im Monat. Wenn er/sie verheiratet ist und einige Kinder hat, dann verdient er genuegend um ein wenig Gemuese und ein wenig Fleisch zu kaufen.
Wenn die Unterstuetzung der Organisationen wegfallen wuerde, saehe es hier bald ganz anders aus. Und selbstverstaendlich sind fuer alle Menschen zusaetzlich die Rahmenbedingungen schwierig: Bereits seit 5, 10 oder 15 Jahren von der Heimat weg, Ungewissheit ob einzelne Familienangehoerige ueberhaupt noch leben, Verlust der meisten Habseligkeiten, psychische und physische Beschwerden aufgrund der Erlebnisse, und nun in einer Gegend mit durchschnittlichen Tagestemperaturen um 39 Grad Celisus mit viel Staub.

Sonntag, 30. Januar 2011

Mmmmhhh lecker! - oder - Die kulinarischen Qualitaeten Kakumas

Getreu dem Motto: "Andere Laender, andere Sitten", moechte ich Euch heute ein wenig mehr ueber mein Leben erzaehlen - und zwar was es zu den verschiedenen Mahlzeiten gibt.
Zu Beginn meines Aufenthaltes konnte ich schnell feststellen, dass das Essen ueberhaupt nicht scharf ist, abgesehen von Chili Schotten, die gelegentlich im Salat anzutreffen sind. So gesehen hatte ich bisher ueberhaupt keine Probleme mit dem Essen. Doch was gibt es hier in Kakuma?

Die Anrichte zu Mittag und Abend unterscheidet sich kaum.
Aber es gibt immerhin genuegend.
Mit Freude genoss ich am ersten Tag bereits fritierte Kartoffeln, so dass ich fuer die Zukunft guter Hoffnung war, schliesslich esse ich gerne Ketchup mit Pommes. Ebenso gab es an meinem ersten Tag noch geduensteten Kohl sowie rote Bohnen; vom Fleisch war ich nicht so sehr angetan - es handelte sich um recht zaehes Ziegenfleisch. Alternativ zu den Kartoffeln gab es Maisbrei (welcher mir nicht schmeckte) und Reis. Als Desert gab es dann Wassermelone, Ananas und Bananen. Insgesamt hoert sich dies doch gar nicht so schlecht an, oder? Nun muesste sich der eine oder andere vielleicht doch die Frage stellen: Warum erinnert sich Christian noch so genau an seine erste Mahlzeit? Und da kommen wir zum springenden Punkt: Abgesehen von den fritierten Kartoffeln gibt es noch gelegentlich Nudeln - ansonsten gibt es immer dieses Essen - und zwar zum MITTAGESSEN und ABENDESSEN!
Mit viel Glueck gibt es gelegentlich noch Fisch - den Grossfang, welcher uns  in den naechsten zwei Monaten fuer zwei Mahlzeiten woechentlich Fisch garantiert, laesst sich auf dem Foto bewundern.
Der Fisch kommt aus dem Lake Turkana
etwa 150 km entfernt und wiegt rund 40 kg.
Von einer grossen Abwechslung kann jedenfalls nicht die Rede sein. Aber wie koennte eine solche Abwechslung auch moeglich sein. In der Hitze und dem Staub Kakumas lassen sich schwer Gemuese oder ahenliches anbauen. Und was einige hundert Kilometer transportiert werden muss, sollte dann lange haltbar sein - und dies sind Kohl und vor allem die roten Bohnen mit Sicherheit. Zu Beginn habe ich die Kartoffeln, den Kohl und die roten Bohnen genossen, doch mittlerweile ist es unerklaerlicherweise nur noch fade. Was das Fleisch betrifft, so hat Ziegenfleisch in Ostafrika eine grosse Tradition - bei jedem Fest muss auf jeden Fall eine Ziege geschlachtet werden. Da Ziegenfleisch ein muss ist, haben wir auch taeglich (meist zweimal taeglich) Ziegenfleisch. (Huehner- oder Rindfleisch ist hier kaum erhaeltlich).
Nun hat das Ziegenfleisch hier eine besondere Charakteristik: Ich beginne zu kauen und nach ca. 97 Mal kauen fuehlt sich das Fleisch genauso zaeh an wie beim ersten Kauen. Hinzu kommt, dass es fuer meinen Geschmack nach nichts schmeckt. 
Gelegentlich stelle ich mir beim Essen vor, welche Kostbarkeiten Ziegen
beim Weiden wohl verzehren. Wie sonst soll es sonst dazu kommen, dass
das Fleisch zo zaeh ist? Wenn ich mir dies so vorstelle, 100 Mal kaue ohne
dass sich etwas veraendert und schliesslich auch keinen Geschmack hat,
verzichte ich ganz gerne auf Ziegenfleisch.
Ist Ziegenfleisch immer so zaeh? Diese Frage stellte ich mir zu Beginn - mittlerweile habe ich meine eigene Theorie zu diesem Thema. Wie auf dem folgenden Foto zu sehen ist, geniesse ich mein Essen durchaus gelegentlich und stelle mir vor, wo das Essen herkommt. Ziegen weiden auf freiem Feld (besser Staub) und natuerlich kann es vorkommen, das die Ziegen an Plaetzen halt machen, wo ein wenig Muell vorhanden ist, getreu dem Motto: Wo Muell ist koennte es ja auch noch etwas Fressbares geben. Und da an diesen Plaetzen auch Plastiktueten und Plastikflaschen liegen, frisst die Ziege an sich Unmengen Plastik - was dann zu einer gewissen Zaehigkeit des Fleisches fuehrt. -- Na wenn das nicht chewy ist? 

Ich wuensche Euch einen guten Appetit!

Freitag, 21. Januar 2011

Spezialisten gesucht - oder - Das Studium beginnt!

Nachdem in den letzten Monaten die Fluechtlinge hier Einfuehrungskurse erhalten haben, hat nun diese Woche offiziell das Fernstudiumprogramm JC-HEM (Jesuit Commons - Education at the Higher Margins) begonnen. Bei diesem Programm erhalten hier in Kakuma 35 Fluechtlinge jaehrlich die Chance ein dreijaehriges Fernstudium an einer Jesuitenuniversitaet in den USA zu absolvieren. Fuer viele ist dies die einzige Moeglichkeit nach erfolgreichem Schulabschluss ein Studium zu beginnen, da die durchschnittliche Verweildauer in dieser Art von Fluechtlingslager etwa 18 Jahre betraegt (so etwas haette bis vor einigen Monaten nicht fuer moeglich gehalten).
Ein Blick in den Computerraum
Zum reibungslosen Ablauf des Studiums ist selbstverstaendlich eine stabile Internetverbindung sowie ein gut funktionierendes Computernetzwerk notwendig - wofuer ich als Spezialist engagiert wurde:-). Allerdings benoetigt man nicht nur hier in Afrika ein stabiles Netzwerk, sondern auch in den USA. Da die Amerikaner wohl nicht so sehr mit Spezialisten gesegnet sind, konnten sich unsere Studenten in den ersten Tagen auch nicht auf ihrem Account in den USA einloggen. Wer die USA bei ihren Bemuehungen unterstuetzen will, melde sich bitte bei mir.

Die Studieninhalte sind breit gefaechert. Zu den Themen werden gehoeren: Lerntheorie, Ethik und Leadership, interkulturelle Kommunikation, Konfliktmanagement, Einfuehrung in Finanzen und Betriebswirtschaft, Wirtschaftsethik, Anthropologie, Logik und kritisches Denken, Weltreligionen etc. Manch einer fragt sich vielleicht, wofuer dieses Studium gut sein mag. Wie sehen die Studenten dies?

Der Fluechtling C. aus dem Sudan erklaert, dass er sich ueber dieses Chance ungemein freue - damit haette er niemals gerechnet. Bisher wurde ein solches Studienprogramm im Camp nicht angeboten. "Wenn ich spaeter ein etwas spezialisiertes Studium absolvieren moechte, dann habe ich schon viele grundlegende Studienkenntnisse, die sehr hilfreich sein werden." Und wenn er diese Chance nicht erhaelt, ist das Studium vergeudete Zeit? "Nein", antwortet er energisch. "Dieses Studium entwickelt meine Persoenlichkeit. In den ersten Monaten habe ich sehr viel ueber mich gelernt - mich selbst vollkommen anders wahrgenommen und mehr reflektiert - warum Dinge tagsueber schief liefen, was schoen war... Im Studium erhalte ich einen anderen Blick fuer die Realitaet; es oeffnet meine Augen und erweitert meinen Horizont... Das Ziel des Studiums ist es am Ende Menschen fuer andere zu sein, d.h. die erworbenen Erfahrungen und das Wissen nicht fuer sich selbst egoistisch einzusetzen, sondern anderen zur Verfuegung zu stellen." Da z.B. ausgebildete Lehrer sowohl im Camp als auch im Sudan Mangelware sind, koennte das Studium spaeter auch auf diese Weise sinnvoll angewendet werden. Schliesslich fuegt C. noch hinzu: "Mit Hilfe des Studiums werde ich andere Kulturen - wie z.B. der vielen Staemme im Sudan und deren Sichtweisen besser verstehen. Offenheit fuer die Kulturen der anderen Staemme wird fuer den Frieden im Sudan von entscheidender Relevanz sein." Die Breite des Studieninhalts wird C. mit Sicherheit die Moeglichkeit bieten, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Ein Stueck Sudan in Kenia - oder - Das Referendum zur Unabhaengigkeit Suedsudans

Vor dem Wahllokal in Kakuma
Seit heute dem 09.01.2011 wird im Suedsudan darueber abgestimmt, ob eine Abloesung vom Nordsudan erfolgen soll und ein unabhaengiger Staat gegruendet wird. Auch in Kakuma wird gewaehlt: Sudanesische Fluechtlinge konnten sich vor etwa zwei Monaten hier im Lager registrieren lassen. Zu einem der beiden Wahllokale bin ich heute Nachmittag gegangen, um zu sehen wie die Beteiligung und die Stimmung ist. Insgesamt war die Warteschlange eher kurz, was mich doch eher ueberraschte, da scheinbar ziemlich jeder Sudanese auf jeden Fall waehlen will. Ein Sicherheitsmann erklaerte, dass am Vormittag wesentlich mehr Menschen kamen. Die Stimmung sei gut und die Menschen wuerden sich freuen waehlen zu duerfen. Wie es weitergeht, falls die Abstimmung die Unabhaengigkeit Suedsudans als Resultat hat? Niemand weiss es. Wird es zu Konflikten zwischen dem Norden und dem Sueden kommen? Wird es zu Machtkaempfen im Sueden kommen? Bleibt es insgesamt friedlich? Niemand weiss es. Hier im Lager hoffen und beten alle, dass es friedlich bleiben moege.

Gestern traf ich G., einen Fluechtling aus dem Sudan, der fuer den JRS als Wache arbeitet. Wir gingen einen Kaffee trinken in einem der vielen kleinen Lokale. Nach einigen Minuten erklaerte er auf eine Frage: Fuer die Menschen im Lager sei klar wie die Wahl ausgehe - nicht umsonst sei man Fluechtling. Er anspielt auf die gewalttaetigen Auseinandersetzungen an, die es zwischen dem Nordsudan und dem Suedsudan gab. Das Resultat zweier Buergerkriege sind nach Schaetzungen 2 Mio. Tote und 4 Mio. Fluechtlinge.  G. ist gleich alt wie ich (also 30 Jahre alt) und floh aus dem Sudan mit einigen Familienangehoerigen (Vater und zwei Geschwistern) sowie anderen Sudanesen 1987 nach Aethiopien. Von dort aus ging es dann 1993 weiter nach Kenia. Bei der weiteren Flucht nach Kenia hat er seine Familienangehoerigen vollkommen aus den Augen verloren - er hat keinen Kontakt zu Familienangehoerigen. Von seinen Erlebnissen berichtet er nichts - ich frage nicht nach. Ich moechte ihm die Freiheit lassen zu erzaehlen, was er moechte und ihn zu nichts noetigen. Verschiedene Fragen kommen in mir auf. Ob er einmal zurueck in seine Heimat geht? Was ist seine Heimat? Was soll ihn in den Sudan zurueck bringen? Von seinen 30 Lebensjahren hat er 17 Jahre im Fluechtlingslager in Kakuma verbracht.

Einem anderen sudanesischen Fluechtling, der ebenfalls fuer den JRS arbeitet, merkt man schnell an, dass er viel gelitten hat. Seine Stimme wirkt gebrochen und die ganzen Narben im Gesicht und am Hals kommen nicht von ungefaehr. Er wirkt aengstlich. Ob er eines Tages in den Sudan zurueckkehren wird - falls das Referendum friedlich verlaeuft und die Lord Resistance Army aus dem Sudan verdraengt ist? Ich glaube es nicht - die Erfahrungen in seiner Heimat haben ihn zu sehr veraengstigt.

Eigentlich besteht fuer die beiden Sudanesen nur die Hoffnung, dass sie eines Tages von den USA, Canada oder Australien aufgenommen werden - ansonsten bleiben sie noch viele Jahre in Kakuma.

P.S.: Die FAZ hat ein gutes, kurzes Video zum Referendum im Sudan erstellt. Hier koennt Ihr es anschauen.


Montag, 3. Januar 2011

Zum Feilschen geboren - oder - Mist! Ich wollte doch gar nichts kaufen!

Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich in Nairobi verbracht. Neben einzelnen Besichtigungen wollte ich auch wenig ausloten, wie viel ich als Auslaender fuer Souvenire bezahlen muss. Feilschen finde ich grundsaetztlich eigentlich bloed - ich will einfach nur einen angemessenen Preis bezahlen und nicht gruebeln, ob ein Preis gut oder unverschaemt ist bzw. wie weit ich es mit dem Feilschen bringen kann. Kaufen wollte ich in diesen Tagen definitiv nichts, vielmehr sollten mir die Preise aus dem Feilschen helfen spaeter etwas bei einem Fluechtling zu bestellen, der Schnitzer ist.
Also fuhr ich mit einem Minibus zu einem Maasai Markt (die Maasai sind ein Stamm in Kenia, welche fuer ihre Kunstprodukte bekannt sind). Nachdem ich einige der vielen Staende abgelaufen hatte, wusste ich in etwa, um welche Produkte ich an vielen Staenden feilschen kann. Nun ja, manch einer mag sagen, es sei gemein mit Haendlern zu feilschen, ohne ueberhaupt etwas kaufen zu wollen. Aber die Anfangspreise der Haendler waren zu Beginn grundsaetzlich ebenso unverschaemt, so dass ich mein Handeln gut mit meinem Gewissen vereinbaren konnte. Ich erkundigte mich also an den einzelnen Staenden nach den Preisen. Relativ schnell waren mir die Einstiegsangebote bekannt - bei manchen lagen sie allerdings doppelt so hoch wie bei anderen. Kopfschuettelnd ging ich einfach weiter, wobei natuerlich der Haendler hinterher lief. "The price is negotiable", hoerte ich immer wieder. Egal wie hoch der Einstiegspreis war, nach nur einigen Wortwechseln und einem Beharren meinerseits, dass dies doch viel zu teuer sei, wurde ich aufgefordert meinen besten Preis abzugeben. Gelegentich blieb ich dann wohl viel zu weit unter einem realistischen Preis, so dass die Haendler dann ihrerseits nur den Kopf schuettelten und meinten: "Your price is not realistic!" worauf ich erwiderte: "Your first price was as realistic as my last price." Lachend verabschiedeten wir uns und ich ging weiter. Immer wieder lauschte ich auch bei anderen Verhandlungen, um zu sehen wie weit man runter kommen kann - und zu erfahren, welcher Preis erzielbar ist. Nach einer Stunde wollte ich nach Hause, kam aber nochmals an einem Stand vorbei. Ich schaute mir einen Gegenstand an und erhielt den Einstiegspreis 5.000 Shilling (was als Einstiegspreis schon eher weit unten lag). Darauf fragte die Verkaeuferin, wie viel ich bereit waere zu zahlen. Antwort: 800 Shilling (was zu gegeben schon fast unverschaemt ist)! Schon war die Verkaeuferin bei 2300 Shilling. Meine Antwort: Das ist viel zu viel. Und schon war sie bei 2000 Shilling. Fuer diesen Gegenstand war dies bereits der niedrigste Preis des Tages - "Ha", dachte ich mir selbstsicher, "viel niedriger wird die gute
Die erfeilschte Schuessel - ist sie nicht schoen?
Frau nicht mehr gehen." Ich erklaerte also hoechstens 1000 Shilling bezahlen zu wollen. Schon war der Preis bei 1600 Shilling. Wiederum wurde ich aufgefordert einen Preis zu nennen - ich liess mich darauf ein und nannte 1200 Shilling. Ich dachte mir: "1200 Shilling. Nie und nimmer wird sie sich auf den Preis einlassen - und weiter bewege ich mich einfach nicht!"
Darauf ging die Haendlerin auf 1500 Shilling und schliesslich runter auf 1200 Shilling (etwa 10 Euro). Meine Gedanken waren nur: "Mist! Ich wollte doch gar nichts kaufen!" Ehrlich gesagt habe ich extrem bloed geschaut. Niemals haette ich damit gerechnet diese Schuessel fuer diesen Preis zu erhalten - ich hatte sie aber somit gekauft; wegrennen war nicht moeglich. Nun habe ich eine schoene, handgeschnitzte Schuessel und weiss nicht, was ich damit anfangen soll. Zu meiner Erleichterung meinten in der Jesuitenkommunitaet ein Ugander und ein Kenianer, dass ich dafuer doch mindestens 2500 Shilling, wahrscheinlich sogar 3000 Shilling bezahlen musste. Immerhin konnte ich mir auf die Schulter klopfen und sagen: Du bist zum Feilschen geboren!

Samstag, 25. Dezember 2010

"Ostern in Kenia - oder - Der Stil der Gesellschaft Jesu"?

Waehrend der gesamten Adventszeit hatte ich in Kakuma niemals den Eindruck, dass bald Weihnachten sein koennte. Im gesamten Fluechtlingslager und auch im Wohnbereich der einzelnen Organisationen war kein Zeichen erkennbar. Am 23.12. flog ich dann fuer einige Tage nach Nairobi. Erst nach meiner Ankunft bemerkte ich wie anstrengend das Klima in Kakuma ist:  
Ein Baum im Garten der Jesuitenkommunitaet
in Nairobi (24. Dezember 2010)



In Nairobi herrschen angenehme 27 Grad C, alles  ist gruen, die Blumen bluehen und die Luft ist richtig gut (-ein vollkommener Gegensatz zu Kakuma dort  ist es 35 - 40 Grad heiss, alles trocken - kaum gruen, sondern eher alles ausgetrocknet und  der Staubgehalt in der Luft ist immens). Allerdings kam bei mir zunaechst alles andere als Weihnachtsstimmung auf. Spontan empfand ich : Morgen ist ein grosses Kirchenfest - es wird also wohl die Osternacht  gefeiert. Wer sollte mich vor diesem Irrtum noch retten?

Im Wohnzimmer neben dem Weihnachtsbaum sitzend
zusammen mit zwei kenianischen Jesuiten
Sollte die Rettung etwa in  der Jesuitenkommunitaet. erfolgen? Dort war bereits am 23.12. bei meiner Ankunft alles festlich geschmueckt. An der Plastiktanne (echte Tannen gibt es hier eben nicht) haengen weisse Watte und Papierstreifen, die Schnee einen Schneeersatz darstellen - und ein Schild mit der Schrift "Merry Christmas" laesst einen daran erinnern, dass jetzt Weihnachten und nicht Ostern ist.  An der Decke haengen Girllanden, wie sie bei uns hoechstens an Sylvester oder Fasching zu finden sind - aber auch hier gluecklicherweise zur Orientierung Schilder mit "Merry Christmas". Zusaetzlich gibt es noch viele blinkende Lichter. Am 24.12. lief dann noch zusaetzlich die Boney M  - CD und deren Weihnachtslieder. Wahrhaftig es ist Weihnachten und ich bin zum ersten Mal seit 12 Monaten in Weihnachtsstimmung.Vielleicht ist es nicht der Geschmack eines jeden, aber ich fuehlte mich immerhin erleichtert. Es ist Weihnachten!

An Heiligabend fuhr dann meine Kommunitaet zur Christmette ins Hekima College - dem englischsprachigen, theologischen Ausbildungszentrum fuer Jesuiten in Afrika. Die Messe war sehr festlich und der Kirchenschmuck war sehr ausgefallen. Die Krippe auf dem nachfolgenden Foto steht in der Kapelle der Jesuiten im College. Ist sie nicht schoen? Liebe Mitbrueder - dies ist der Stil der Gesellschaft Jesu heute!  Daran muessen wir uns gewoehnen - es hat sich seit unserem Eintritt eben vieles veraendert.
Die Weihnachtskrippe in der Kapelle des Jesuitenkollegs.
Wenn dies nicht dem Stil der Gesellschaft Jesu entspricht!
Ich bleibe nun noch ca. eine Woche in Nairobi, bevor es wieder nach Kakuma geht. Ich wuensche Euch noch eine gesegnete Weihnachtszeit und dann einen guten Rutsch ins Jahr 2011.

Viele Gruesse aus Nairobi

Christian